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Schützenordnung von 1670

 

 

 

Auszug aus der Schützenordnung von 1670

1. Soll jeder dem Fürste seinen wohl zugerichteten Haken oder Masqueten mit aller Zubehör = Pantolier, Patronen- und Kugeltäschchen, Pulverfläschlein, Räumer oder Wischer, Kugler- und Lumpenzieher und anderes Schießzeug, Jahr und Tag halten und dazu ein halb Pfund Pulver und soviel an Blei oder gegossenen Kugeln.

2. So man anfängt um die Hosen zu schießen, sollen die Schützenmeister dem 1. Feiertag das Feuer geben.

3. Wer von der Herrschaft zu diesem Schießen verordnet wird, soll alle Feiertag mit seinem ungeladenen Schießzeug auf der gewohnlichen Schießstatt um ein Uhr erscheinen. Wer ohne erhebliche Ursach ausbleibt, unterliegt dem Bußgeld.

4. Nach 1. Aus- und Aufzug sollen das Landrichteramt, der Bürgermeister mit Rat und die Schießgesellen je einen Schützenmeister wählen und selbe dem Oberamt angeloben lassen, getreulich ihr Amt gegen alle Schützen: ob reich oder arm zu halten.

5. So alle Schützen im Schießhaus zusammen sind, soll keiner Unwillen oder Unfried anheben oder andere mit Schmachworten antasten.

6. Soll keiner auch über ein Viertel Wein oder 8 Kreuzer vertrinken. Soll dies der Ziller oder Zieher übersehen, so hat er das Übrige zu bezahlen.

7. Der Ziller hat dem Schützenmeister anzugeloben, einen wie den anderen getreulich zu zillen.

8. So man dann um die Hosen schießt, soll ein jeder Schütz einzeln in gewählter Ordnung mit seinem Rohr, Schützenröcklein und Rapier oder Seitengewehr in den Stand gehen.

9. Soll keiner sich anmaßen, selben aus welcher Ursach auch immer, ohne Erlaubnis des Schützenmeisters zu verlassen. Sollte er etwas vergessen haben, so sollte ihm solches gegen Bußgeld in die Laden nachgereicht werden.

10. Wer an seinem Gewehr Mangel hat, der soll nur noch an 3 Schußtäg mit fremder Büchs zugelassen sein. Wer aber mit Fleiß die Reparierung seiner Waffe unterläßt, soll nicht mehr befugt sein, die Hose zu gewinnen.

11. Ist ein jeder Schütze obligiert dem Schützenmeister oder seinem Schreiber seinen Schuß anzugeben und ihn nach getanem Schießen mit ihnen abzurechnen.

12. Das Leg- oder Einsatzgeld ist beiden schon vor dem Schießen auszuhändigen, damit solches an die Gewinner ausgegeben werden kann.

13. Hat keiner einen Probeschuß eigenmächtig auf die Scheibe zu tun.

14. Wer einen Schuß mit zwei Kugeln zu der schwebenden Scheibe tut oder sonst einen nicht gemäßen Vorteil betreiben will, hat sein Schießzeug verloren.

15. Wer bei Gott, unser lieben Frau oder sonstig Heiligen lästert, flucht oder schwört ist neben Buß dem Oberamt zu melden.

16. Wem sein Rohr im Stand losgeht, ist seines Schusses verlustig.

 

 

 

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