Aktuelle Seite: HomeVereinsgeschichteDie Monheimer Hosenschützen

Die Monheimer Hosenschützen

 

 

 

Die Monheimer Hosenschützen

Als man dann mit Beginn des 16. Jahrhunderts mit Feuerwaffen, der Büchs, Flint oder Musquet auf die Scheibe hielt, hatten sich die Bürgerschützen für den oder die „Gewinter“ neben dem „Best-meist“ eine wertvolle Schüssel aus der Werkstatt eines Monheimer Meisters - als besonderen Preis noch die Schützenhose ausgedacht und wer sie gewann, rückte automatisch zum Hosenschützen auf.

Dieses jährlich Hosenschiessen unterlag wie das Kirchweih- und Hochzeitsschiessen wie allerorts einer strikten „Bürger-Schafts-Schützenordnung“, die man 1647 wortgetreu vom älteren Original abgeschrieben hatte.

Nach ihr hatte jeder Schütze seine vorbenannte Schusswaffe ordnungsgemäß, mit aller Zubehör:

„Pantolier“, „Kugeldöslein“, „Pulverdöslein“ mit genügend „Pley“ oder gegossenen Kugeln und einem halben Pfund Pulver schussbereit mit in den Stand zu nehmen, die Waffe nur mit einer Kugel zu laden und das ohne allerhand Aberglauben und Künste, seinen Schuß beim Schützenmeister ansagen, dabei keinen Unwillen anheben oder mit Schmachworten einen anderen „andatschten“, keinen Probeschuß zu tun, wohl aber auf den Mittelpunkt des „Centro“ zu halten und seinen Schuß zu verrichten, „bey straff von sechs Creizer oder Schussverlust“.

„Wellchem aber dabey die Püxen dreimal ausbrinnt oder versagt, er dreimal abhebt, auch der hat selbigen schuss verloren“.

„Wer ferner hinter dem Stand zum Zieler-Züller oder Zieher wegen seines Schusses hinausschreit oder gar ohne Erlaubnis deswegen seinen Stand verlässt und zur Scheibe eilt, hat zur Straf das Leggeld, - jenen Betrag, den ein jeder Schütz vor Beginn des Hosenschießens wegen Beschaffung der Gewinne und Ausrichtung des Jahrtagsmahles beim Schützenmeister einzusetzen hatte, zu leisten“.

Der Ziller, als Auf- und Abzieher der Scheiben und Feststeller der Treffer, die von zwei Schützenmeistern zu bestätigen waren, war diesen bei Verlust seines Amtes „getreylich und eydlich“ verpflichtet. Hatten zwei oder mehrere Schützen gleiche Punktzahl erreicht, so entschied das Stechschießen für die Gewinnung des Preises. Der glückliche Gewinner der „Hose“ aber ward noch mal zur Kasse gebeten - in die Schießlade mit 4 Pfennig zur Bestreitung des Tages und mit einem weiteren Leggelt von extra 3 Kreuzern iedelich dem Ziller, Tambour und Schreiber.

Noch kurz vor dem 30-jährigen Kriege hatten von den 180 „wehrfähigen Bürgern“ neben den eingezogenen „Bürgerwehrlern“ und Freiwilligen die vom Landrichter noch extra befohlenen Schützen an dem jährlichen „Sommer-Hosen-Schießen“ teilzunehmen. Das änderte sich aber bald als 1633 ihre Schießstätte in Flammen aufging. Da ward den Monheimern für Jahr die Lust am Schiessen vergangen, soweit sie überhaupt noch am Leben waren.

Doch kaum hatten sie sich gegen Ende des Jahres 1660 von den ungeheueren Schäden des Schwedenkrieges erholt, ward ihnen schon wieder ihr Landesherr zur Stelle und gemahnte seine Getreuen von Monheim an alte Pflichten: an die fälligen Steuern, aber auch an die Erfüllung noch geltender Schützenordnung:

„... ob alberait wider sovil burger in der stat vorhandten seyn als vor dem ersten Schwedenkrieg als da gewesen und ob selbige auser des iärlichen freyschissens auch sonsten vorbevohlener masen dem herkomen gemäs in gewöhr exercieret werde“.

Bürgermeister und ehrsamer Rath hatten wohl die alte Schießstatt wieder soweit für den Schießdienst herrichten lassen, den Churfürsten aber gleichzeitig um die Bereitschaft und Schießlust ihrer Bürger zu aktivieren gebeten, die einst gewährten Schützenhofgefälle weiterhin genehmigen zu wollen.

 

 

 

Joomla templates by Joomlashine