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Die neue Schießstätte am Weiher

 

 

 

Die neue Schießstätte am Weiher

Da die alte Schießstätte vor dem oberen Tore mit der Zeit der Ausbildung mit Feuerwaffen kaum mehr genügen konnte, beschloss man von Stadt wegen gleich im freiwilligen Arbeitsdienst den Bau eines zweckentsprechenden Schießhauses und errichtete selbiges im Jahre 1722 für ganze 443 Gulden, 127 Creuzern und 3 Hellern am heutigen Schulhausweiher.

Es war dies ein neuzeitlicher Bau mit Obergeschoss, in welchem man auch bei schlechtem Wetter den unteren Raum gut zum Exerzieren verwenden konnte.

Diesem Schießhaus schloss sich gen Westen ein langer Schießgarten mit Kugelplatz und Kugelfang an. Hier hatten die „Jungwehrler“ künftig ihre drei Jahre abzudienen. Hatten die dann nach dieser Zeit mit gezogenem oder ungezogenem „Rohr“ ihre Schießtüchtigkeit unter Beweis gestellt und nach Visitation durch den löblichen Landrichter im Beisein der Stadt sich beim obligatorischem Hosenschiessen freigeschossen, so waren sie wohl in den Stand der Reservisten aufgenommen, nicht aber im Geheimen in die Reihen der Wildbretschützen, die in freier Wildbahn ihre Schießübungen an vitalen Objekten fortzusetzen gedachten; denn Wildfrevel ward dem Fürsten ein arger Dorn im Auge und er erließ deshalb bereits am 2. April 1748 an seine Monheimer die unmissverständliche Order:

„... werden hiermit die burger gewarnt, weder mit hund noch flint über das Feld zu gehen, sonst werd die flint genommen und der Hund erschossen“.

Bis aber die drei Dienstjahre absolviert waren, hatten wohl Trillmeister, seine 3 Schützen- und Rottmeister, sein Feldwebel und dessen Corporale mit ihren „Schützlingen“ (20 angehenden Musquetieren, 10 Hakenschützen und 10 Doppelsöldnern) so manch liebe Not und großen Ärger; denn trotz der strengen Schießordnung aus dem Jahre 1514, in der noch zu lesen ist:

„... welcher aber ein hader oder unfug anfinge oder mache, schilt oder flucht, den solen die Schützenmeister straffen, wo aber hendle so gros were, solle einem rath die straff fürgesetzt werden.“

scheuten sich auch die Monheimer „Rekruten“ nicht, dann und wann auf der Schießstätten ihre Emotionen auszutragen.

Unter diesen Raufbolden befand sich nicht selten der Sohn des Landsknechtes und Eisenmannes des Landrichters zu Monheim: Nepomuk Gschray, der Neffe dessen berüchtigten Haudegens seiner Zeit, der es beim Preußenkönig Friedrich des II. es gar zum Obersten gebracht hatte. Als Nepomuk Gschray am 15. Juni 1722 es auf dem Monheimer Kugelplatz mit seinen Kumpanen gar arg trieb und sie ferner noch in mitternächtlicher Stunde in den stillen Gassen der Stadt für weitere Unruhen sorgten, fing man die „Halbstarken“ kurzerhand zusammen und sperrte sie bis 12 Uhr mittags ins „Gewölb“.

 

 

 

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